Wie gelingt Integration, wenn die Sprache noch nicht perfekt ist? In meinem Konversationskurs Deutsch für Alltag und Beruf durften wir am 23. April eine besondere Expertin begrüßen: Nicole Tepper von Tepper Talent.

Viele Berliner Unternehmen zögern noch, internationale Talente einzustellen, solange deren Deutschkenntnisse nicht auf C1-Niveau liegen. Doch die Praxis zeigt: Es geht auch anders. Das Zauberwort heißt Netzwerk und Mut zur Lücke.

Nicole Tepper von Tepper Talent zu Gast im Konversationskurs für Berufsintegration in Berlin

Nie aufgeben“ – Ein Impuls mit familiärer Geschichte

Nicole Tepper ist nicht nur Personalvermittlerin für Fach- und Führungskräfte, sondern selbst ein Beispiel für eine gelungene Integrationsgeschichte.

In Berlin geboren und aufgewachsen, erfährt Nicole Tepper Integration unmittelbar über die polnischen Wurzeln ihrer Eltern.

Im Kurs gab sie den Teilnehmenden eine wichtige Botschaft ihrer Mutter mit auf den Weg:

Immer weitermachen, auch wenn es schwierig ist.“

Dieser persönliche Zugang öffnete Türen. Nicole stellte ihre Arbeit bei Tepper Talent vor, wo sie KMU, soziale Träger und die öffentliche Verwaltung passgenau berät. 

Tepper Kandidatenprofil anonym erste Seite

Tepper Talent Kandidatenprofil Erste Seite

Tepper Kandidatenprofil anonym zweite Seite

Tepper Talent Kandidatenprofil Kurzprofil

Erfolgsstories, die Mut machen

Dass Vermittlung und Fachkräfte-Integration auch bei Sprachbarrieren funktioniert, belegte Nicole mit inspirierenden Beispielen aus ihrer Praxis:

  • Ein verzweifelter Ingenieur aus dem Iran, dessen Lebenslauf sie optimierte, fand erfolgreich eine Anstellung.

  • Eine erfahrene Erzieherin aus Bulgarien konnte trotz bürokratischer Hürden über ein gezieltes Profil in eine feste Stelle vermittelt werden.

Stimmen aus der Praxis: Hürden und Hoffnung

Die Erfolgsgeschichten bei Tepper Talent zeigen, dass das „Matching“ funktioniert, wenn sich Arbeitgeber auf die ausländische Fachkraft einlassen – und Englisch als hilfreiche „Hebelsprache“ nutzen.

Im Kurs wurde deutlich, wie viel Potenzial in den Teilnehmenden steckt, aber auch, wo es noch hakt. Besonders eindrücklich waren die persönlichen Schilderungen:

Teilnehmerin Hanae im Gespräch über berufliche Integration in Berlin

Hanae, Lehrerin für Französisch und Arabisch, berichtete von der Enttäuschung über fehlende Rückmeldungen auf ihre zahlreichen Bewerbungen trotz ihrer hohen Qualifikation.

Teilnehmerin Lidia im Gespräch über berufliche Integration in Berlin

Lidia, Projektkoordinatorin für NGO, hat bereits ein B2-Zertifikat, möchte auf dem deutschen Arbeitsmarkt einsteigen, kämpft aber mit den typischen Hürden für Berufseinsteiger.

„Perfect Matches“

Teilnehmerin Sadie (links) im Gespräch mit Jaisie über Jobs in Deutschland

Sadie (links im Bild), die ihren Abschluss in Musiktherapie in Kanada gemacht hat, erzählt Jaisy, Gruppenleiterin in der Kardiologie, von einem ermutigenden Vorstellungsgespräch.

Ihre Sorge wegen ihres englischen Akzents, wurde wunderbar entkräftet mit diesem Satz: 

Unsere Klienten haben keine Sprache – was sie brauchen, ist Empathie.

Networking als Schlüssel

Während Yulia (links), Datenanalystin, und Jenni (rechts), Datenanalystin für Geodaten, gemeinsam an Redemitteln für den ersten Arbeitstag arbeiteten und sich über ihre aktuellen Remote-Jobs austauschten, wurde eines klar:

Integration ist keine Einbahnstraße, sondern lebendiger Austausch.

Teilnehmerin Yulia und Teilnehmerin Jenie im Gespräch über das Arbeitsblatt

Mein Fazit

Wir brauchen im #NetzwerkBerufsintegrationBerlin mehr Partner wie Nicole Tepper, die das Potenzial von Talenten schon auf B1-Niveau erkennen und Unternehmen sicher durch den ‚Behörden-Dschungel‘ führen.

Best Practice

#BerufsintegrationBerlin gelingt auf vielen Ebenen. Unsere Praxisbeispiele zeigen ihre Vielfalt.

Best Practise #BerufsintegrationBerlin eines ausländischen Indutriemechanikers mit B1 Deutsch

Best Practise Unternehmen:
Die Erfolgsstory von Paul Engelke (MWR Service) zeigt Wege zum neuen Mitarbeiter.

Level Up Sprachcafé: Feierabend-Sprach-Training für ausländische Fachkräfte meets VHS Neukölln.